Braunkohle auf dem absteigenden Ast

Immer noch sucht Vattenfall Käufer für seine fünf Braunkohle-Tagebaue und vier Kohlekraftwerke in den neuen Bundesländern. Die Bieterfrist dafür ist Mitte März abgelaufen. Angebote gab es von den tschechischen Konzernen EPH und Vrsanska Uhelna. Das große Problem für die Branche ist, dass im Moment alle Akteure mit der Braunkohle „Geld verbrennen“. Derzeit sind die Strompreise im Großhandel so niedrig, dass man mit der Braunkohle keine schwarzen Zahlen schreiben kann. Nicht nur rote Zahlen in den Bilanzen, sondern auch die Altlasten, die die Konzerne dazu verpflichten die verwüsteten Landschaften zu sanieren, sorgen dafür, dass Vattenfall massive Probleme hat seine Braunkohlesparte loszuwerden. Selbst wenn in der Lausitz oder anderswo bis 2050 (geplanter Kohleausstieg) weiter gebaggert werden könnte, würde damit kein einziger Euro mehr verdient werden. Die Gewerkschaft IG BCE regt gemeinsam mit dem Stromkonzern Steag eine Stiftung an, wo Geld gesammelt werden soll um den Betrieb bis 2050 zu finanzieren. Wie absurd, wenn man bedenkt, dass das Ende der Braunkohle in Deutschland schon 2025 sein müsste, wenn man sich nach dem Klimaabkommen von Paris richtet. Das Kapital zur Sanierung der Kohlekraftvergangenheit müsste dann entweder von den Stromkonzernen mit neuen Technologien verdient werden oder von den Steuerzahler*innen bezahlt werden. Die Braunkohle hat definitiv keine Zukunft mehr und sollte nicht um jeden Preis so lang wie möglich erhalten bleiben. Braunkohleausstieg jetzt!

 

PS: Der Artikkel entstand schon 2 Wochen vor der Veröffentlichung. Mittlerweile ist EPH als wahrscheinlicher Käufer bekannt.

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